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Alexander von Soltwedel

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Nachempfunden und aus historischen Quellen geschöpft von Gerhard Franke (†)

Der Familienname des Alexander führt auf den Namen der Stadt, aus der er stammt, zurück. Wahrscheinlich sind die Eltern in der Jugendzeit Alexanders von Salzwedel nach Lübeck gewandert und wurden dort sesshaft. Bei der Ankunft in Lübeck fragte man nach ihrem Namen und „von wo stammend? -„von Salzwedel“. So wurden sie in das Register eingetragen und erwarben die Bürgerrechte in dieser Stadt. Die Eltern des Alexander müssen begüterte und verdiente Bürger gewesen sein, denn schon in jungen Jahren war Alexander im Lübecker Rat.

Seine Biografie lautet, soweit sie sich zurückverfolgen lässt, folgendermaßen: „Alexander von Soltwedel, Hauptmann und vornehmes Mitglied des Rates zu Lübeck regierte zeit seines Lebens das Stadt- und Kriegswesen zu Lübeck“. Im Jahre 1226 erwachte in der Handelsstadt Lübeck ein unbändiger Freiheitsgeist gegen die dänische Oberherrschaft, denn alle Küsten des nördlichen Deutschlands waren von den Dänen überschwemmt. Unter Führung des Feldhauptmannes Alexander von Soltwedel griffen die Bürger zu den Waffen und eroberten in kühnem Handstreich die von den Dänen besetzte Burg.

Doch in der Umgebung von Lübeck regierten noch die Dänen und machten den Landleuten das Leben sauer. Daher rüsteten sich die Lübecker, vom Kaiser Friedrich III. unterstützt, zum Kampf für die Befreiung ihrer Heimat. Sie und ihre Verbündeten sammelten sich in der Nähe von Bornhövede – ihnen gegenüber lag der Feind in großer Anzahl.

„Alexander von Soltwedel, Hauptmann und vornehmes Mitglied des Rates zu Lübeck hat am Tage der Maria Magdalena, am 22. Juli 1227, die berühmte Schlacht bei Bornhövede gewonnen, darin Waldemar II. König von Schweden, Aug und Treffen verlor.“

Es soll in der Schlacht soviel Blut geflossen sein, dass die Helme und Schilde darin schwimmen konnten. Vor der Schlacht gelobte Alexander, ein Kloster der Maria zu bauen, wenn er siegte.  In der Schlacht nun überschattete eine Wolke die Lübecker und die Dänen hatten die Sonne im Gesicht. Hieraus machte die anwesende Geistlichkeit das Wunder, Maria habe ihre Schürze den Sonnenstrahlen vorgehalten, sei sichtbar in der Luft erschienen, habe Alexanders Volk mit ausgestreckter Hand gesegnet, die Dänen dagegen mit Sonnenstrahlen geblendet. Nach dem Siege erfüllte Alexander sein Gelübde und ließ ein Kloster bauen.

Seit dieser Zeit der denkwürdigen Schlacht von Bornhövede begann die nicht wieder verblühende Freiheit Lübecks und Alexander von Soltwedel verdiente sich seinen Ehrennamen als Retter der Freiheit Lübecks zum ersten Mal.

Zwanzig Jahre später, um 1247, machte sich Alexander ein weiteres Mal, nun als Seeheld um die Stadt Lübeck verdient. Er schlug in einer großen Seeschlacht die dänische Flotte vernichtend. Durch seine große Unterhandlungsgabe konnte er der Stadt Lübeck von den Dänen und Schweden wichtige Vorteile schaffen.

In der Folge seines großen Ansehens, welches er durch seine Verdienste erworben hatte, konnte er auch seiner Vaterstadt Salzwedel sehr dienlich sein. Als Salzwedel 1263 den Antrag auf Aufnahme in die Hanse stellte, förderte Alexander den Antrag und war auch in den folgenden Jahren seiner Vaterstadt nützlich.

So begünstigte er mehrmals die Stadt bei niedrigen Zolltarifen, sodass die Salzwedeler Händler in Lübeck Zollfreiheit hatten und freien Handel sowie sicheres Geleit. Auch konnten die Salzwedeler ihre Geschäftsräume ohne Schwierigkeiten in Lübeck errichten, ohne Abgaben davon zu haben – ebenso die Lübecker das Gleiche in Salzwedel.

Weitere zwei Jahre später – 1249 – wurde Alexander von Soltwedel wiederum als Feldhauptmann gegen die Dänen erwählt. Er schlug den kriegerischen dänischen Bischof Absolom (Erzbischof zu Rothschild) und zerstörte dessen Schloß.

Im Jahre 1253 wurde Alexander von Soltwedel, diesmal schon als Admiral, gegen die Dänen und Schweden eingesetzt und konnte die Stadt Stralsund erobern. Nach harter Belagerung drang er in die Stadt ein und plünderte sie. Ein Teil der Bewohner wurde erschlagen, ein anderer Teil gefangen weggeführt.

Alexander von Soltwedel starb im Jahre 1291, also 64 Jahre nach der Schlacht von Bornhövet.

Quellen: Altmärkische Intelligenz- und Leseblatt Nr. 41 von 1824, Stendal S.343 und S.373 und Salzwedeler Wochenblatt 1832